Anfragen
16.10.2017, 12:24 Uhr | Die Beantwortung erfolgt durch den Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises
 
Im Dezember 2016 waren im MKK 56 von 92 Schulen im Ganztagsprogramm (Profil 1-3) aufgenommen. Gibt es seit dieser Zeit weitere Antragsteller? Bitte eine Aufstellung vorlegen, gegliedert in folgende Punkte o Schulen o Profil o räumliche Voraussetzung (Bet
1. Welche Form von Trainingskursen bietet die Jugendgerichtshilfe des Main-Kinzig-Kreises an bzw. vermittelt diese, die als Auflage gegen einen jugendlichen oder heranwachsenden Straftäter verhängt werden?

Antwort zu 1.:
Das Kreisjugendamt (Sachgebiet Jugendgerichtshilfe) bietet Soziale Trainingskurse (STK) für straffällig gewordene männliche Jugendliche aus dem Main-Kinzig-Kreis ab 14 Jahre und heranwachsende junge Volljährige bis 21 Jahre an.
Diese STK enthalten Elemente der Gewaltprävention und werden im Rahmen des § 10 des Jugendgerichtsgesetzes (JGG) ausschließlich als richterliche Weisung in Form von Urteilen und Beschlüssen von den Jugendrichterinnen und Jugendrichtern der entsprechenden Jugendgerichte angeordnet. Die richterliche Weisung zur Teilnahme am STK kann auch durch Jugendgerichte außerhalb des Main-Kinzig-Kreises erfolgen.
Der STK wird auch im Rahmen von Diversionsverfahren (Beschluss) als richterliche Weisung eingesetzt; die Teilnehmer haben ausschließlich ihren Lebensmittelpunkt im Main-Kinzig-Kreis.
Der STK ist ein Gruppenangebot für mindesten 12 männliche Teilnehmer und beginnt mit einem Vortreffen aller Teilnehmer. Der STK ist ein geschlossenes Kurskonzept. Die Gruppe beginnt und endet gemeinsam. Die Dauer ist auf 4-6 Monate mit 60 Kurseinheiten ausgelegt.
In einem Haus des Jugendrechtes könnte gegebenenfalls in Kooperation mit dem Stadtjugendamt Hanau ein STK für weibliche Jugendliche angeboten werden. Aktuell gibt es im Main-Kinzig-Kreis diesbezüglich noch keinen Bedarf bzw. es käme momentan noch keine Gruppe zustande, da weibliche Jugendliche bei Gewaltdelikten im MKK nicht oft auffallen.
Der STK beinhaltet folgende Grundleistungen:
Erarbeiten eines Kontraktes mit den Teilnehmern
• in Form von Gruppenarbeit
• in Form von Einzelgesprächen mit Gruppenteilnehmern
• in Form von Tages- und Wochenendaktivitäten
• in Form von Einzelgesprächen mit Jugendamt, Eltern, Bewährungshelfern und mit Beratungsstellen
• Auseinandersetzung mit den Straftaten
• Psychosoziale Prozess Diagnostik
• Zusammenarbeit mit allen Fallbeteiligten
• Vernetzung mit Formen anderer Hilfeangebote unter Beibehaltung der

2. Werden die entsprechenden Kurse ganzjährig angeboten? Wann starten und wann enden sie?

Antwort zu 2.:
Dieses Gruppenangebot für delinquente junge Menschen wird seit 2010 von unserem Sachgebiet Jugendgerichtshilfe im Kreisjugendamt durchgeführt.
Soweit ausreichend Teilnehmer und Teilnehmerinnen vorhanden sind, findet einmal im Jahr ein entsprechender Kurs statt. Wie bereits ausgeführt, dauert ein Kurs etwa 4 bis 6 Monate. Eine Zusteigeoption für eventuelle Nachzügler ist bei dem geschlossenen Gruppenangebot nicht möglich.
Der Beginn eines STK richtet sich nach den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sobald mindestens 12 junge Menschen zur Verfügung stehen, kann der Kurs beginnen. Insofern wird der Start eines Kurses unterjährig festgelegt.

3. Wie ist die Auslastung der Kurse? Gibt es eine Warteliste? Wenn ja, wie groß ist diese Warteliste?

Antwort zu 3.:
Wie bereits erwähnt wird ein Kurs durchgeführt, wenn 12 bis 15 Teilnehmer die richterliche Weisung erhalten haben an einem STK teilzunehmen. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt über Vorgespräche mit der Jugendgerichtshilfe vor der Terminierung einer Gerichtsverhandlung.
In weiteren Vorgesprächen durch das Trainerteam, werden grundsätzlich die Motivation und die Veränderungsbereitschaft der in Frage kommende Teilnehmer abgeklärt.
Zwischen richterlicher Weisung und Start eines STK kann es zu Wartezeiten kommen. Eine explizite Warteleiste gibt es nicht. Weitere Faktoren sind die Dauer der jeweiligen Gerichtsverhandlung und die Frage, ob im Einzelfall das Urteil oder der Beschluss rechtskräftig wird.
Jeweils nach Beginn eines Kurses wird mit der Vorbereitung und Planung des folgenden Kurses begonnen.

4. Ist gewährleistet, dass die Verurteilten zeitnah nach der Verurteilung die entsprechenden Kurse aufnehmen können? Wie lange sind die entsprechenden Wartezeiten?

Antwort zu 4.:
Eine zeitnahe Kursaufnahme kann auch dadurch verzögert werden, dass manche Jugendliche und Heranwachsende sich in einer schwierigen psychischen und physischen Verfassung befinden, die eine Teilnahme noch nicht möglich machen.
Hier ist eine Stabilisierung des Umfeldes nötig. Teilweise müssen zunächst Situationen, wie psychische Störungen, Obdachlosigkeit, Alkohol-und Drogenmissbrauch bearbeitet werden, bevor eine Teilnahme am STK sichergestellt werden kann.
Bisher konnten alle verurteilten jungen Menschen in einen STK vermittelt werden.

5. Ist die dauerhafte Finanzierung zur Durchführung der Kurse gewährleistet, so dass alle Verurteilten ihre Auflage auch erfüllen können?

Antwort zu 5.:
Die Finanzierung der STK erfolgt durch das Kreisjugendamt. Ein hauptamtlicher Mitarbeiter des Kreisjugendamtes leitet den Kurs und wird unterstützt von zwei Honorarkräften.
Bei Einrichtung eines Hauses des Jugendrechtes für den Altkreis Hanau ist von einem erheblichen Mehrbedarf im Rahmen von Diversionsverfahren und präventiven Angeboten auszugehen.
Zudem sollte in der Folge eine weitere Differenzierung in Hinblick auf dies
Gruppenangebote in Zusammenarbeit mit der Stadt Hanau erfolgen. Hierbei ist bei der Bedarfsplanung zu berücksichtigen, dass keine großen Unterschiede zwischen der Versorgung im Altkreis Hanau und dem übrigen Kreisgebiet entstehen.

Die Beantwortung erfolgt durch den Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises -
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